Aufgewachsen bin ich in einem Vorort von Bad Salzuflen in Lippe. Die Lippische Rose ist ein Teil des Wappens von Nordrhein-Westfalen. In der Bezirkshauptstadt Detmold wurde ein sehr weitläufiges Freilichtmuseum errichtet. Es lässt mit vielen originalgetreu wiederaufgebauten Objekten aus der Region Lippe, Ostwestfalen und dem Paderborner Land die Geschichte lebendig werden.
Das 1971 eröffnete Freilichtmuseum trägt den Untertitel Westfälisches Landesmuseum für Alltagskultur und ist eines der bedeutendsten seiner Art in Europa und mit 90 Hektar Fläche und etwa 120 historischen Gebäuden nach eigenen Angaben das größte Deutschlands.
Quelle: Wikipedia
Man ist mittendrin. Dort werden alte Getreidesorten kultiviert, es wird geschmiedet und Brot gebacken. Geschichte zum Begreifen, Hören, Sehen, schmecken und riechen. Daher kann ich nicht umhin, Bilder und Eindrücke von dort zu präsentieren.
Gebäude und erste Eindrücke











Kornspeicher wurden zum Beispiel auf einer (künstlichen) Insel angelegt und mit einem Zaun vor wilden Tieren und Räubern geschützt. So ein höher liegendes Gebäude mit einem Wassergraben, einem Zaun und einer schmalen Brücke lässt sich leichter verteidigen als ein offenes Gehöft.
Einsichten










Pferde, Kühe und Schafe geben Wärme ab und hatten lange Zeit ihren Stall innerhalb des Bauernhauses. Mensch und Tier lebten unter einem Dach. Nur die Schweine wurden bereits früh in einem Extrastall gehalten. Statt eines Kamins gab es eine Feuerstelle zum Kochen und „Heizen“. Auch der Rauch heizte das Haus, Fleisch und Fisch wurde über dem Feuer im Rauch getrocknet und haltbar gemacht.
Der Kessel mit dem Essen, meistens Eintopf, wurde an einem Eisen eingehakt, dass wie eine Säge gezackt war. Wenn es schnell gehen sollte, wurde der Topf ein paar Zähne tiefer gehängt. Noch heute sagt man: „Leg doch mal einen Zahn zu!“
Fenster gab es lange Zeit gar keine, und wenn dann ohne Glas. Glas konnten sich früher nur reiche Leute leisten. Eine Scheibe aus Glas war durchaus ein großzügiges Hochzeitsgeschenk.
Die meisten Menschen schliefen früher zusammen in einem großen Raum um die Feuerstelle herum. Nur reiche Bauern und Adelige konnten sich ein Bett in einem Schlafgemach leisten. Im Winter ließ man sich eine Pfanne aus Kupfer mit heißem Wasser oder glühenden Kohlen gefüllt und ins kalte Bett gelegt. Aber Achtung: Verbrennungsgefahr!
Das Ehebett auf dem Bild oben erscheint recht kurz. Der Grund dafür ist nicht, dass die Menschen damals soviel kleiner waren. Sie schliefen lieber im Sitzen, weil man dann besser Luft bekam.



















2 responses to “Freilichtmuseum Ostwestfalen-Lippe”
Grossartig. Ich liebe Freilichtmusen. In der Schweiz gibt es den Ballenberg, einfach wunderbar. Wir waren auch mal in Nordirland in einem musealen Dorf. Man ist grad in die Zeit versetzt. Liebe Grüsse von Regula
Ach ja, das mit den kurzen Betten haben sie im Ballenberg auch erklärt. Nur wer tot ist, liegt ausgestreckt, deshalb sind die Leute zum Schlafen gesessen.