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bewegte Bilder

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„Bewegte Bilder“ ist meines Erachtens ein Oxymoron, ein Widerspruch in sich. Ein Bild ist statisch, eine Bewegung dynamisch. Ein Bild ist eine Momentaufnahme: eine lange Zeit verรคndert sich nichts, es bleibt statisch.

Eine Bewegung hingegen bedingt einen zeitlichen Ablauf, sie dauert eine Zeit und umfasst mehr als einen Ort.

Alles, was lebt, bewegt sich: Tiere, schnell wie ein Falke, die flinke Maus, die Schildkrรถte an Land oder das Dreifinger-Faultier im Baum.

Auch unbelebte Materie kann sich bewegen: Steine rollen einen Berg hinunter oder durch ein Flussbett. Wasser ist zwar ein Lebensspender, aber an sich tote Materie. Aber es strรถmt und flieรŸt und gestaltet unseren Planeten. Genau wie die Luft, die je nach Temperatur und Druck mehr

Bewegung ist auch immer relativ: die Sterne am Himmel erscheinen uns fest am Firmament fixiert zu sein. Bei Langzeitaufnahmen fรผhlt man sich jedoch eher in ein sich schnell drehendes Karussell versetzt. Fixiere ich den Vogel, der vorbeizischt? Fixiere ich den Turm, an dem ein Vogelschwarm vorbeizieht?

Wie macht sich Bewegung auf einem Bild bemerkbar?

Der bewegte Gegenstand hinterlรคsst Spuren auf dem Foto:

  • Nachts auf einer belebten StraรŸe hinterlassen die Scheinwerfer der Fahrzeuge Lichtspuren. Bei der Lichtmalerei wird der Effekt gezielt kรผnstlerisch eingesetzt.
  • Eine Person verdunkelt schemenhaft das beleuchtete Schaufenster.

Am besten lรคsst sich das mit dem Begriff Bewegungsunschรคrfe beschreiben. Je schneller die Bewegung und je lรคnger die Aufnahmezeit, desto unschรคrfer wird der bewegte Gegenstand. Beim amerikanischen Fotografieren verlรคngert man mit Hilfe eines ND-Filters die Aufnahmezeit, und der belebte Platz erscheint menschenleer.

Nun aber ab in die Praxis, Basel an der Schiffslรคnde. Hier ist Freitag abends viel los, viele interessante Motive bieten sich an.

Mitzieher

Da es zwar dรคmmrig war, ich aber eine recht lange Belichtungsdauer realisieren wollte, habe ich die ISO auf 100 eingestellt. Fรผr den Autofokus habe ich den kontinuierlichen Modus gewรคhlt, damit die Kamera sich beim Mitziehen justieren kann. Da ich die Belichtungszeit kontrollieren zu kรถnnen, habe ich diese vorgewรคhlt und die Kamera die Blende wรคhlen lassen (Zeitprioritรคt). Als Objektive kamen meine lichtstarken Festbrennweiten zum Einsatz.

Vorbeizieher

Der Begriff ist nicht so recht wissenschaftlich fundiert oder fachmรคnnisch manifestiert, aber ich hoffe, ihr versteht, was ich meine: Nun wird die Kamera fixiert, entweder auf statischen Modus beim Autofokus (kann aber dennoch passieren, der Fokus schweift ab), oder manuell fokussieren. Funktioniert besser. Bei lรคngeren Verschlusszeiten hilft ein Stativ. Und irgendetwas bewegt zwischen dir und dem fokussierten Objekt vorbei.

Einfrierer

Aus Erfahrung wissen wir, ob sich etwas bewegt oder nicht. Wir wissen, dass sich das Wasser den Abhang herunterflieรŸt, dass Tropfen herunterfallen oder fliegende Tauben flattern. Die Fotografie kann uns helfen, mit schnellen Verschlusszeiten Bewegungen einzufrieren und so komplexe Ablรคufe zu analysieren.

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