Moin! Nach meinem jüngsten Sohn ist nun auch meine Tochter mit ihren zwei Katzen nach Husum (Schleswig-Holstein) umgezogen. Ich liebe meine Kinder, und ich liebe das Meer. Insbesondere die Nordsee. Es gibt also viele Gründe für ein Wiedersehen!
Andy und ich nutzten die freie Zeit nach dem Umzug, um Husum und die Nordseeküste zu erkunden. Da wir beide Mitglied im Fotokreis Lörrach sind, und weil das Jahresthema für die nächste Ausstellung „Bewegung“ lautet, versuchten wir natürlich, dieses Thema auch hier umzusetzen.
Streifzüge durch die Innenstadt und den Hafen
Kleine, bunte Häuser, Backsteinfassaden und Reetdächer: Die Architektur ist hier schon sehr speziell. Ich find’s toll. Noch am Abend der Anreise zog es uns in die Innenstadt und den Hafen für Langzeitaufnahmen mit Stativ. Obwohl es Sonntagabend war, war an vielen Orten noch Party. Am Hafen mussten wir daher mind. eine halbe Stunde warten, bis eine Dame ihre Essensrückgabe (falsche Richtung!) beendet hatte und der Fahrer bereit war, sie wieder ins Auto einsteigen zu lassen und fortzufahren.






Ein junger Mann kam aus dem Husumer Speicher nach einer Party und sprach uns direkt an, was wir fotografierten und woher wir kämen? Es stellte sich heraus, dass er meine Tochter bereits kannte. So schnell geht das hier im „kühlen Norden“!
Am nächsten Tag – das Auto war bereits ausgeladen, so hatten wir einen ganzen Tag gewonnen – ging es nochmal in die Innenstadt.

In einem Innenhof fanden wir das ehemalige Kavaliershaus, Teil des Schlossparks von Husum.
Offensichtlich wird das Haus (zum Teil?) als Künstleratelier genutzt. Es gibt etliche Ferienwohnungen, die sich namentlich auf dieses Haus beziehen.










Am nächsten Abend ging es noch zum Schloss vor Husum (obwohl es meines Erachtens recht nah in der Innenstadt lag).


Bewegung am Tag
Im Hafen versuchten wir mit Hilfe von ND-Filtern am helllichten Tag Bewegungen sichtbar zu machen, indem wir längere Belichtungszeiten auswählten. Die Züge und der Lastkraftverkehr auf der Brücke waren recht unspektakulär. Aber wir fanden dann doch etwas Typisches für Husum:

Hier ein Windspiel mit stilisierten Fischen aus Metall. Sie drehten sich unterschiedlich schnell im Wind.
Auch hier wurden wir freundlich und höflich angesprochen. Die Leute waren stets ausgesprochen freundlich, interessiert und offenherzig.
Der nachfolgende Moment war für mich ein bisher einmaliges Erlebnis. Die Zugbrücke wurde für eine kleine Yacht geöffnet, die aus dem Hafen auf die hohe See wollte. Technik, die mich begeistert.


Eilig darf man es aber als Bootskapitän nicht haben. Der Zugfahrplan hatte ganz klar die höhere Priorität. Es dauerte eine gute halbe Stunde, bevor die Brücke für den Straßen- und Bahnverkehr gesperrt wurde.
Sonne, Mond und Sterne – und Meer
Ein Projekt stand noch aus: Sternenfotografie. An der Küste gibt es (wenige) große Städte, über dem Meer quasi NULL Lichtverschmutzung. Beste Voraussetzungen für eine gute Sicht auf die Sterne. Außerdem hatten wir einige wolkenlose Tage und auch sternenklare Nächte. Kaum Dunst kein Nebel. Auf ging’s nach Westerhever. Die Fahrt dorthin war wie eine Fahrt in eine andere Welt. Kilometerlang gerade Straßen, neben dran Wiesen, Kühe, Schafe, kaum Felder, Gräben mit Schilf. Entspannung pur – extreme relaxing!
ABER:

In südlicher Richtung: Der Leuchtturm von Westerhever. Der war zwar in Sichtweite, aber für meine Verhältnisse außer Laufweite. Sonst hätten wir den gerne mit in Szene gesetzt. Weiter östlich der Vollmond. Trotz Gegenlicht waren die Sterne deutlich erkennbar. Unfassbar!
Basisaufnahme für die Sternenspuren: ein Einzelbild, Belichtungszeit 60s. Danach wechselte ich in den Live-Composition-Modus meiner Kamera und konnte am Monitor die Entwicklung des Bildes beobachten.


Bereits nach wenigen Aufnahmen konnte ich die Bewegung der Sterne nachvollziehen, dieses Bild besteht aus 30 Einzelaufnahmen mit je 60s Belichtungszeit. Das ergibt eine gesamte Aufnahmezeit von 30min. Eine Aufnahme im Bulbmodus wäre nach 30min wahrscheinlich völlig überstrahlt.
Sterne und Mond: check! Fehlen nur noch Sonne und Meer. Dazu fuhren wir am Abend vor unserer Rückreise noch nach Nordstrand, Norderhafen. Mit der Hoffnung auf einen unverdauten Blick in Richtung Westen. Im Wattenmeer führende Linien für ein schönes Landschaftsfoto zu finden war nun eine Herausforderung. Nach wenigen hundert Metern über den Deich, hinter dem obligatorischen Schafgatter, wurde ich dann fündig.








Es war zwar nicht nur Urlaub, sondern mit Arbeit verbunden, aber das Meer, die Leute, die Natur, die Weite haben mich vielfach belohnt. Ich bin sicher, ich werde die Nordsee bald wiedersehen. Tschüss!


